Wussten Sie schon, dass das Lesen wohltuender Worte nachweislich einen positiven Einfluss auf die seelische Gesundheit hat? Es gibt Momente im Leben, in denen uns jedes Wort zu viel erscheint. Dann gibt es aber auch Augenblicke, wo unsere Seele ihre Hand nach einem helfenden Wort ausstreckt, das sich wie eine Feder auf sie legt. Alles hat seine Zeit - auch das Wort.
Vielleicht sind Sie zufällig hier in dieser Gedankeninsel gelandet, vielleicht sind Sie aber auch ganz bewusst auf die Suche danach gegangen. Ich möchte Ihnen in diesem kleinen Mikrouniversum Gedanken schenken, die mich bewegt oder mir geholfen haben, und die vielleicht auch Ihnen Trost nach einem Verlust geben. Positive Gedanken, die Ihre Seele erreichen mögen.
2025-03-11
Ich habe kürzlich ein Land bereist, das mich in vielerlei Hinsicht schwer beeindruckt hat: Südafrika. Ich war mit einem Guide unterwegs, mit dem ich durch Zufall auch auf das Thema Tod zu sprechen kam. Wie geht man in Südafrika mit dem Thema um? Wie nehmen die Südafrikaner Abschied? Soviel vorab: Anders als in Deutschland (aber das wunderte mich kaum, denn sehr vieles ist anders als in Deutschland):
In Südafrika ist der Tod nicht das Ende eines Lebens, sondern ein Übergang. Der Tod ist dort tief verwurzelt in spirituellen und kulturellen Traditionen. Trauer wird öffentlich gelebt, in ländlichen Gebieten in der Regel in Gemeinschaften. Da spielen Rituale eine ebenso zentrale Rolle wie der Glaube daran, dass der Tod eine tiefere Bedeutung an. Der Verstorbene wird als Ahne betrachtet, der weiterhin über die Lebenden wacht.
Ein Todesfall löst dort längst nicht nur Schmerz aus, obwohl man ihn selbstverständlich spürt, aber er bringt vor allem auch Zusammenhalt. Nachbarn, Freunde und Verwandte kommen zusammen, um der Familie beizustehen, dem Verstorbenen gemeinsam zu gedenken. In der “Night Vigil”, einer nächtlichen Totenwache mit Gebeten und Gesang, trauern alle gemeinsam. All das hat aber auch eine traurige Kehrseite: In Anbetracht von Armut und Ungleichheit in Südafrika wird der Tod oft zur finanziellen Belastung. Viele Familien kämpfen mit den hohen Kosten für Beerdigungen, nehmen sie aber auf sich, weil es einfach Ehrensache ist - dadurch verschulden sich viele noch mehr.
Die Trauerkultur Südafrikas ist natürlich auch stark von den Narben der Vergangenheit des Landes geprägt. Die Apartheit hinterließ dort ebenso ihre Spuren wie die HIV-Zahlen es auch heute noch tun. Der Tod wurde und ist vielerorts alltäglich, das Trauern jedoch nicht weniger schmerzhaft. Doch die Südafrikaner versuchen auf ganz bewundernswerte Weise, alledem eine Bedeutung zu verleihen - und das finde ich faszinierend. Lieder, Geschichten und Rituale begleiten sie dabei. Und ja, bei manchem, was mein Guide mir darüber erzählt hat, habe ich mir gewünscht, dass man ein Stück weit dessen, wie man in Südafrika mit dem Tod umgeht, auch nach Deutschland bringen könnte.
Susanne - 14:54:24 | Kommentar hinzufügen
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